Aus dem Tagebuch von Hedwig Stegemann, Herford, 1.1.1914

Heute, am Neujahrstage, will ich anfangen, meine Erlebnisse aufzuschreiben. Das vergangene Jahr hat mir viel Glück und Freude gebracht, war es doch mein Pensionsjahr! Es war wohl das glücklichste Jahr meines bisherigen Lebens! Was gibt es wohl Schöneres, als eine Pensionszeit am schönen deutschen Rhein!

Am Rhein Studentenleben,
Was kann es Schönres geben?

Gestern Abend war ich mit Mutter und Grete Müller in der Sylvesterkirche, nachher gingen wir durch die Stadt, wo natürlich großer Betrieb war. Vorhin erhielt ich viele Neujahrswünsche, meist von lieben Pensionsschwestern, am meisten freute mich Fräulein Helenens Karte, rief sie doch schöne Erinnerungen in mir zurück. – Solche schönes Neujahr, – wenigstens äußerlich – wie in diesem Jahre haben wir lange nicht gehabt. Die ganze Natur liegt tief im Schnee.

Mit frischem Mut und fröhlichem Sinn trete ich in dies neue Jahr ein, und will hoffen, dass es allen Menschen ein Segenjahr werde und auch mir viel Gutes bringt.

Quelle: Das Tagebuch der Hedwig Stegemann aus Herford im Ersten Weltkrieg (1.1.1914-10.5.1918)

Signatur: Kommunalarchiv Herford, Stadtarchiv Herford, Slg. E 521 (Transkription C. Laue)

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