Aus dem Tagebuch von Hedwig Stegemann, Herford, 1.8.1914

Herrliche 4 Wochen liegen hinter mir. Fast jeden Tag nach Salzuflen gondeln macht viel Spaß. In der ersten Zeit wurde es durch ein trauriges Ereignis gestört. Fräulein Beißerts Tod. Da sie die letzte Zeit furchtbar gelitten hat, erwarteten sie schon wochenlang das Ende. Ich hörte es zuerst von Frau Brauner, als ich morgens die Brötchen hereinholen wollte.  Nach der Beerdigung sind wir noch bis abends 11 Uhr oben gewesen. –

Ein großes Ereignis der letzten Zeit war auch der Krach mit Grete Müller. Die ersten Tage war ich sehr unruhig darüber, nachdem wir es aber Frau Fröhlich erzählt haben, und die auch Müller die Schuld gibt, muß ich nur mit Verachtung an Frau und Fräulein Müller denken. Frau Fülling haben wir gestern ja auch aufgeklärt, daher wird sich deren beleidigendes Verhalten auch wohl etwas ändern. Jedenfalls das habe ich bei der ganzen Geschichte gemerkt: „Daß Frau Müller eine alte Kanaille ist.“

Quelle: Das Tagebuch der Hedwig Stegemann aus Herford im Ersten Weltkrieg (1.1.1914-10.5.1918)

Signatur: Kommunalarchiv Herford, Stadtarchiv Herford, Slg. E 521 (Transkription C. Laue)

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