Tagebuch Hermann Bornemann, 14.8.1914

Bahntransport in Dortmund, den 14. August 1914
Bald schon fahren wir weiter über Wattenscheid, Essen nach Düsseldorf. Auch hier wieder kurzer Aufenthalt, Pferde tränken. Ich muß stets blasen, eher darf niemand aussteigen. Es klappt auch schon ganz leidlich; die Lippen sind mir etwas geschwollen, ungewohnte Arbeit! Dann fahren wir über den Rhein. Wir wissen noch nicht, wie weit wir fahren. Um ½ 11 sind wir in Düren, wurden an die Rampe rangiert und bald geht es ans Entladen. Wie wir eben alles bespannt haben, ist auch die andere Halbkol[onne] an der Rampe und entladen. Auch heute ist es sehr heiß und ein kollosaler Stab. Ich bin äußerst müde, da ich wach sein mußte während der ganzen Fahrt, um den Aufenthalt auf den Stationen gleich zu melden. Wir marschierten dann noch [Seite 9] bis Merzenich. Wagen auffahren, Pferde in die Ställe. Kleines Dorf. Dem Unt[ero]ff[i]z[ier] Flory ging das Pferd durch. Er ritt ein Kind und einen Mann über, Kind anscheinend verletzt. Flory war ein Einjähriger! Ging dann in mein Quartier. Bahnarbeiter Rothkopf [?] schlief hier vor Übermündung in einem Sessel ein. Ein Kind weckte mich. Ich hatte über eine Stunde geschlafen. Leute waren recht nett. Dann zur Befehlsausgabe. Bekam im Quartier ein gutes Bett. Schrieb auch einige Karten.

Quelle: Tagebuch von Hermann Bornemann (Herford). Privatbesitz. Leihgabe an das Gemeindearchiv Herzebrock-Clarholz.

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