Feldpost Rudolf Kisker, 20.8.1914

Villiers-Perwein
Nacht vom 20.-21./8. 14.

L. E. [Liebe Eltern].
Eben hier eingetroffen fand ich die erste Feldpost vor. Mutters lieber Brief vom 10/8. hat mich sehr erfreut. Von Georg [Rudolfs jüngster Bruder Georg Kisker, geb. 1896] hatte ich eine Karte aus Gegend Wesel. Der arme Kerl hat es doch am schwersten von uns. Wir haben anscheinend den Aufmarsch beendet. Die Infantr. ist auch da. Alle Tage kleine Kämpfe gegen Franzosen die stets wie Schafleder ausreissen und nur aus Hinterhalt schiessen. Ich liege über Tag irgendwo am sicheren Ort und werde erst Nachm. oder abends zur Truppe vorgezogen. Hier liegen wir in einem Schloss ganz angenehm. Unsere Pferde müssen viel leisten. Es geht mir sehr gut. Meine Bagage macht mir viel Last. Besonders Ordnung halten und plündern verhüten ist schwer. Möge unserem Lande nie ein Krieg beschieden sein. Es geht heute weiter vor. Ich höre das Knallen nur von Weitem. Bin zur Beförderung eingegeben.

Herzl. Rudolf

Signatur: Privatarchiv Familie Kisker, Nr. 189: Feldpostkarte von Rudolf Kisker mit Poststempel vom 19.8., 9. Kavalleriedivision

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s