Tagebuch Hermann Bornemann, 26.8.1914

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Tagebuch Hermann Bornemann, 26.8.1914 (Ausschnitt)

Biwack bei Grenbloux, den 26. August 1914

Heute schlecht geschlafen und ziemlich gefroren. 5 Uhr wecken, satteln und fertig [Seite 21] machen. Wasser ist hier sehr sparsam. ½ 12 Uhr erst Abmarsch. Bald treffen wir auf eine Abteilung Artillerie mit 32 erbeuteten Geschützen aus Namur. Auch einige Fahnen, Trommeln und Musikinstrumente führen sie mit sich. Dann durch mehrere Städte; die Bewohner sind sehr freundlich. Das 7. RAK  [Reserve Armeekorps] marschiert nun anscheinend Richtung Maubeuge. In einigen Dörfern reichen die Bewohner Pflaumen, Birnen und Milch. Ich hatte auch meine Packtasche voll; L[eutnan]t Puwelle nimm keine. Er warnt mich, keine zu essen wegen Vergiftung. Ich lasse sie mir gut schmecken und bot einmal dem K[omman]d[eu]r eine Kostprobe von mir an. Bei dieser Hitze schmecken sie ausgezeichnet und sind uns allen gut bekommen. ½ 5 kamen wir in Gosselies an, mächtige Fabriken. Wir kamen in ein mächtiges Emaillewerke zu liegen; alle Säle sind bis oben hin voll Geschirr aller Art. Kochen uns ein gutes Abendbrot; Rindfleisch und Kartoffeln. Unser Sektionskoch, Friedrichsmeier aus Lage, ist ein Meister in dieser Hinsicht. 10 Uhr kroch auch ich eine Stelle aus Stroh.

Quelle: Tagebuch von Hermann Bornemann (Herford). Privatbesitz. Leihgabe an das Gemeindearchiv Herzebrock-Clarholz.

Feldpostbrief von Wilhelm Gehner, 1914

Feldpostbrief von Wilhelm Gehner, Cambrai, 26.8.1914

Feldpostbrief von Wilhelm Gehner, Cambrai, 26.8.1914

Wilhelm Gehner, Sohn eines Diakons der Westfälischen Diakonenanstalt Nazareth, schrieb regelmäßig Feldpostbriefe an seine Familie. Einer der Briefe kam am 26. August 1914 aus Cambrai (Frankreich). Wilhelm Gehner wurde gleich zu Beginn des Ersten Weltkriegs an die Front geschickt. Der junge Mann überlebte den Krieg nicht: Er fiel im September 1918.

(Kerstin Stockhecke, Hauptarchiv der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel)

Signatur: Hauptarchiv der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, 2/38-26