Aus dem Kriegstagebuch von Pfarrer Hartmann (Rödinghausen), 12.9.1914

Nachricht vom Zurückdrängen des von den Ostseeprov[inzen] anrückenden russ[ischen] Heeres bei Lyk. Nach dem Unterricht die Mitteilung von Sundermeyer ein Geschäftsfreund in Bielefeld habe ihm gesagt die Öst[er]reicher hätten bei Lemberg 120.000 Gefangene gemacht. Leider nicht wahr! Verwechslung mit der mangels anderer guter Nachrichten gegebenen Mitteilung, daß im Ganzen bisher in Deutschland jetzt 1.220.000 Gef[an]g[ene] untergebracht sind. Schade daß ich die falsche Nachricht den Konfirmandinnen weiter erzählt habe. Die Morgenpost hatte stundenlange Verspätung wegen der Truppen Nachschübe nach Westen. Postbote Wübker meinte: „Sie haben wohl zu lange damit gewartet, Truppen nach Paris nachzuziehen!“ Etwas wahres mag daran sein. Jetzt scheinen Nachts Truppen nach dem Westen zu gehen. – Ich mache eine Zus[ammen]stellung der Liebesgaben für die Versammlung des Ausschusses am Sonntag Nachm[ittag]. 2.018 M[ark] Gaben, 4.500 Eier, 60-70 Rollen Leinen, 1.100 Zigarren. Viel Speck & Wurst. – Enno schreibt. Sie üben das Fahren ohne Pferde; Märsche bei denen er die Musik darstellt.

Aus dem Kriegstagebuch von Pfarrer Ernst Hartmann, Kirchengemeinde Rödinghausen, S. 12/12.09.1914

Signatur: LkA EKvW Best. 4.31 Abt. B HS 2 (Quelle); LkA EKvW W 15193 (Transkription)

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