Aus dem Kriegstagebuch von Pfarrer Hartmann (Rödinghausen), 30.9.1914

sept-30Sandmanns haben an einem Tage 15 Postsachen aus Ostpreußen mit einem Male bekommen. Wir haben seit [dem] 19/9 keine Nachricht von Roland. Es kommt ein Brief von ihm vom ? an die Lahder Geschwister. Ernst Baumanns Bruder hat das Eiserne Kreuz. Im Bielefelder Lazarett sollen Soldaten mit ausgestochenen Augen liegen. Niemand mag es ihnen sagen, daß unter der Binde kein Auge mehr ist.

Martens Tochter bringt Brief an Bruder auf Wangeroog[e] zur Aufschrift. Ich füge Gruß hinzu. Brief an Storks, es hat sich telegrafisch bestätigt, daß Wilhelm Stork im Lazarett gestorben ist. Auch Heinr[ich] Hanna soll gefallen sein. Frau Rieso da. Der Amtmann hat geraten: Keine Trauerfeier für Gefallene vor Eingang amtl[icher] Meldung. Dann kann es vielleicht noch lange dauern. –

Kriegsbetstunde: „Es fällt kein Haar von eurem Haupte ohne Euren himmlichen Vater“. Sehr wenig besucht z.T. wegen der Kartoffelernte. 16 M[ark] Collekte. Es können Packete durch die immobile Etappen Commandantur I in Hannover ins Feld an bestimmte Personen abgesandt werden. Vorstandsvers[ammlung] auf der Wehme. „Der Gott, der Eisen wachsen lies“. Satzungen

Aus dem Kriegstagebuch von Pfarrer Ernst Hartmann, Kirchengemeinde Rödinghausen, S. 16f./30.09.1914

Signatur: LkA EKvW Best. 4.31 Abt. B HS 2 (Quelle); LkA EKvW W 15193 (Transkription)

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