Post von Ernst Brünger (1898-1917) aus Herford

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Ernst Brünger, um 1915

Ernst Heinrich Brünger stammte aus Herford, wurde am 3. September 1898 geboren. Seine Familie wohnte in der Radewig 319 (später/heute: Diebrocker Straße 80). Dort betrieb sein Vater Hermann Heinrich, ein Schuhmachermeister, eine Werkstatt.

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Heinrich Brünger mit Familie und Schuhmachergesellen vor seinem Haus in Herford, Radewig 319 bzw. Diebrocker Straße 80, um 1905

Seine Mutter Johanne geb. Kuhlmann gebahr zwölf Kinder, von denen sechs bereits im Kindesalter verstarben. Ernst war das achte Kind der Familie. Er wollte Lehrer werden und besuchte daher die Präparandenanstalt in Herford zur Vorbereitung auf das Lehrerseminar.

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Familie Brünger 1917. Stehend v.l.: Ernst, Helene, Hermann, Clara; sitzend v.l.: Mutter Hanna, Elisabeth, Vater Heinrich, Martha

Da Ernst verbotenerweise einmal des nächtens das Internat verlassen hatte, wurde er relegiert und musste sich nach einem anderen Beruf umsehen. Er befand sich Anfang 1916 in Essen, wo er einer nicht näher bekannten Tätigkeit nachging. Er hoffte auf eine Rückkehr nach Herford und auf eine Anstellung im Amt bzw. im Magistrat. – Seine Spur verliert sich ein wenig. Doch schon im November 1916 befand er sich als Kriegsfreiwilliger in der Rekrutenausbildung in Soest.

Ernst Brünger hat seiner Familie nach Hause geschrieben, aus Essen, aus Soest und „aus dem Felde“. Die Briefe von Ernst Brünger an Eltern und Geschwister liegen seit 2014 gedruckt vor, zum Teil zusätzlich als Faksimile, herausgegeben von seinem Neffen Eberhard Brünger. Der hatte die Post und Feldpost vor einigen Jahren von Ursula Büker aus Herford-Eikum erhalten. Deren Mutter Clara Büker war eine Schwester Ernst Brüngers, die seine Briefe sorgfältig aufbewahrte und ihrer Tochter weitergab. Weder der Neffe Eberhard noch die Nicht Ursula haben ihren Onkel je kennengelernt.

Denn Ernst Brünger ist am 31. Juli 1917 im Alter von 18 Jahren am Chemin des Dames südlich von Laon in Nordfrankreich gefallen. Sein Grab befindet sich auf dem Soldatenfriedhof von Veslud.

Die Briefe sind bewegende Zeugnisse eines noch unsicheren jungen Menschen, der aus einem behüteten Elternhaus in die Barbarei des Stellungskriegs gerät. Das Buch ist angereichert mit vielen Fotos und Dokumenten und trägt den Titel „Ernst Brünger – Briefe von der Westfront 1917“. Es kann im Buchhandel (ISBN 978-3000455711), oder schriftlich bzw. telefonisch beim Herausgeber zum Preis von 10 Euro zuzüglich Porto bezogen werden: Eberhard Brünger, Heimstatt 12, 27259 Freistatt, 05448/88295.

(Fotos aus dem o.g. Buch)

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