Aus dem Kriegstagebuch von Pfarrer Hartmann (Rödinghausen), 20.11.1916

Montagsarbeit. Schneeräumen vom Boden. Tauwetter. Monastir verloren! U[-Boot] „Deutschland“ gezwungen in den Ausgangshafen zurückzukehren wegen des Zusammenstoßes mit dem Schleppdampfer „Neckar“, der untergegangen ist. Die Nahrungsmittel werden so knapp & ich kann mich so schwer an die grobe Kost gewöhnen; werde es aber noch lernen müssen. Gott helfe unserm teuren Vaterlande & helfe mir, mich zu demütigen und stark zu werden!

Besuch bei Pörtner in Spelsiecks Kotten. Er ist in Urlaub aus Nähe von Riga spricht sehr abfällig über die Gründung Polens. Die Polen würden bei der ersten Gelegenheit zu unsern Feinden übergehen. Ich bekomme einen Brief von Musk[etier] Steube 6/67 zurück: „Vermißt“. Wird er sich haben gefangen nehmen lassen? Wie viel leichter läßt es sich doch singen & sagen: „und was nicht bebte war der Preußen Mut“ als tun. Buß & Bettag.

Aus dem Kriegstagebuch von Pfarrer Ernst Hartmann, Kirchengemeinde Rödinghausen, S. 118/20.11.1916

Signatur: LkA EKvW Best. 4.31 Abt. B HS 2 (Quelle); LkA EKvW W 15193 (Transkription)

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