Aufruf „An euch in der Heimat! An euch an der Front“, 1917

Heimat_Front

„An euch in der Heimat! An euch an der Front“ – Aufruf des Stellvertretenden Generalkommandos Münster zur Steigerung der Rüstungsproduktion, 1917 (Autoren: Otto Rielicke, Friedrich Balzert)

Transkription:

[Front]

An euch in der Heimat!
Wir haben gekämpft und wir haben geschafft,
Wir haben das Schwert und wir haben die Kraft,
Wir haben den Gott, und wir haben das Recht,
Wir sind ein starkes, gesundes Geschlecht!
Wir tragen den Willen und fühlen den Sieg
Schon tausend Tage durch diesen Krieg,
Schon tausend Nächte durch Grauen und Tod,
Durch Stunden des Jubels und Stunden der Not!
Wir haben die Kraft und wir tragen das Schwert,
Zu schützen das Edle, das Deutsche, den Herd,
Zu schützen die Wahrheit, die Treue, das Recht
Vor Schande und vor dem Britengeschlecht.
Wir siegen! Wir siegen, auch wenn uns droht
Durch abermals tausend Nächte die Not,
Durch abermals tausend Tage Verderben,
Durch abermals tausend Stunden das Sterben.
Wir siegen! Wir siegen – denn Wille ist Macht.
Wir schwören es Euch aus der schweren Schlacht.
Wir rufen es durch den eisernen Tod,
Wir jubeln es durch die heulende Not:
Wir siegen. Wir siegen – trotz Briten und Welt,
Solange die Heimat die Treue uns hält,
Solange die Heimat weiß, was es gilt,
Solange sie unsere Bitte erfüllt:
Schafft rastlos Granaten!

[Heimat]

An euch an der Front!
Wir wissen, ihr Streiter, wie hart ihr geschafft,
Wie scharf euer Schwert und wie groß eure Kraft.
Wir wissen, daß Gott euch zur Seite geht,
Wenn ihr in dem schweren Kampfe steht.
Der Wille zum Sieg, der euch Helden beseelt,
Der hat auch noch keinem von uns gefehlt.
Wir wollen gern Not und Entbehrungen tragen
Und durch Arbeit helfen, den Feind zu schlagen,
Denn nur was Werkstatt und Waffen erringen,
Das kann uns den dauernden Frieden bringen!
Ihr kämpft für das Edle, das Deutsche, den Herd,
Ihr schwinget für Freiheit und Recht euer Schwert:
Drum stehn wir im Kampf euch mit Freuden zur Seit‘,
Bis die Welt vom britischen Joche befreit.
Und wir schwören euch, Brüder, die deutsche Treu
Durch die Arbeit am Amboß täglich aufs neu.
Wir tun in der Werkstatt Schicht für Schicht
Die heilige Kameradenpflicht.
Und unserer hämmernden Fäuste Gebet
In Liebe hinter euch Helden steht.
Wir wissen: wir werden den Feind besiegen,
Denn niemals kann Treue der Falschheit erliegen.
Vertraut auf uns! Wir verlassen euch nicht!
Wir in der Heimat tun unsere Pflicht:
Wir schaffen Granaten!

Signatur: LkA EKvW 4.256 Nr. 415; Rechteinhaber unbekannt (Hinweise zum Urheberrecht bitte an webmaster@archive-owl.de)

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