Aufruf des Demobilisierungskommissars in Minden, 1918

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Auch die Demobilisierung bei Kriegsende war eine nicht zu unterschätzende Aufgabe, da Millionen von Soldaten binnen kürzester Zeit wieder in die zivile Gesellschaft integriert werden mussten. Der Demobilisierungskommissar für den Bezirk Minden ruft die Bevölkerung auf, sich auf die heimkehrenden Truppen und die Umstellung von der Kriegs- auf die Friedenswirtschaft einzustellen. So soll beispielsweise dafür gesorgt werden, dass genügend Arbeitsplätze und Wohnungen für die heimkehrenden Soldaten bereit stehen.

(Ralf Othengrafen, Kreisarchiv Gütersloh)

Signatur: Kreisarchiv Gütersloh, A 02 / 1b – 2025

Beurlaubung von Dreschmaschinenführern, Juli 1918

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Wegen der Nahrungsmittelknappheit, vor allem gegen Ende des Krieges, gab es in der Landwirtschaft eine große Nachfrage nach geschulten Arbeitern. In dem vorliegenden Schreiben vom 26. Juli 1918 bittet der Amtmann von Verl um die Beurlaubung einiger heimischer Dreschmaschinenführer von ihrem Militäreinsatz.

(Ralf Othengrafen, Kreisarchiv Gütersloh)

Signatur: Kreisarchiv Gütersloh, A 02 / 1b – 2024

Beschäftigung von Kriegsgefangenen, Dezember 1917

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Der vorherrschende Arbeitermangel in der deutschen Industrie und Landwirtschaft sollte durch den Einsatz von Kriegsgefangenen kompensiert werden. Auch im Altkreis Wiedenbrück wurden dementsprechend Gefangene eingesetzt, alleine im Amt Reckenberg waren Ende 1917 75 Mann beschäftigt.

(Ralf Othengrafen, Kreisarchiv Gütersloh)

Signatur: Kreisarchiv Gütersloh,A 02 / 1b – 2024

Landaufenthalt von Stadtkindern im Kreis Halle/ Westf., 1917

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Gegen Ende des Krieges wurde die Versorgung der Zivilbevölkerung in den Städten immer problematischer. Insbesondere Kinder und Jugendliche aus ärmeren Familien hatten hierunter zu leiden. Daher waren öffentliche und private Einrichtungen bemüht, Kinder aus den Städten für einige Zeit auf dem Land unterzubringen, wo die Versorgungssituation zumindest etwas besser war. Der Landkreis Halle nahm alleine 1917 mehrere hundert Kinder aus dem Ruhrgebiet auf. Natürlich wurde eine entsprechende Absicherung durch eine Unfall- und Haftpflichtversicherung nicht vergessen! Die Frankfurter Allgemeine Versicherungs-AG bot hierfür besondere Tarife an.

(Ralf Othengrafen, Kreisarchiv Gütersloh)

Signatur: Kreisarchiv Gütersloh, H LR 2 K – 007/2 Bd. I

Brief des Malers Peter August Böckstiegel an Hanna Müller, 20. November 1915 (Auszug)

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Im Januar 1915 wurde der Künstler Peter August Böckstiegel aus Werther als Landsturmmann zum Kriegsdienst einberufen. Er erhielt im schlesischen Märzdorf seine militärische Ausbildung, anschließend wurde er zwischen 1916 und 1918 in Russland, Rumänien und der Ukraine eingesetzt. Erst im März 1919 kehrte er mit einem englischen Truppentransport aus der Ukraine nach Deutschland zurück. Aus Märzdorf gratuliert er am 20. November 1915 seiner späteren Ehefrau Hanna Müller zu ihrem 21. Geburtstag. Die obere Hälfte des Briefbogens enthält die Tuschezeichnung einer Dorfstraße. In dem kleinen ersten Haus auf der linken Seite wohnte Böckstiegel während seiner Militärausbildung in Märzdorf.

Transkription:

„Meine liebe gute Hanna! Es ist Sonnabend, mache alles in Ordnung in meiner Schlafstube. Diese Worte werden dir am Tage deines Geburtstages antreffen. Hanna, verlebe ihn recht freudig. Das kann ich dir nur wünschen, hoffent[lich] können wir den nächsten zusammen begehen, ich dir zur Seite stehen. Könnte ich dir einen Kuß an diesem Tage geben, nur mit Worten versuche ich es dir recht leicht zu gestalten. Hanna, 21 Jahre wirst du nun, als selbstständiges Wesen stehest du nun da. Siehe keinen Blumenstrauß kann ich dir überbringen, hier im Dorfe ist nichts Blühendes, lauter Dreck. Ach wie schön wird es erst sein, wenn wir in unserem Heim ganz aneinander gekettet solche Tage begehen können mit Freud und Leid. Hanna, die kleine Fiegur ist vom Kammerad Büttner, wovon ich dir schon schrieb, die Äpfel habe ich hier aus dem Dorfe, an Süßigkeiten konnte ich nur diese Tafel Schokolade auftreiben hier im Dorfe. Laß es dir recht gut schmecken meine kleine Gabe. […]“

(Ralf Othengrafen, Kreisarchiv Gütersloh)

Signatur: Kreisarchiv Gütersloh, C 01/1-001/2/163

Zeichnung von Kriegsanleihen, 1915

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Die Finanzierung des Ersten Weltkrieges erfolgte vorwiegend durch die Zeichnung von Kriegsanleihen (verzinsliche Wertpapiere), die von der Reichsregierung ausgegeben wurden. Die erste Kriegsanleihe wurde bereits im September 1914 aufgelegt, bis zum Kriegsende folgten noch acht weitere. Den Verkauf der Anleihen in Banken und Postämtern begleiteten groß aufgelegte Werbekampagnen. Schüler bekamen schulfrei, um an diesem Tag von Tür zu Tür zu gehen und Anleihezeichner zu werben.

Mit Plakaten und Handzetteln wurde zur Zeichnung der Anleihen aufgerufen, auf Vereinsversammlungen wurden Vorträge zu diesem Thema gehalten. Auch im Kreis Halle/ Westf. kamen solche Werbematerialien zum Einsatz, in denen mehr als deutlich auf die patriotische Pflicht jedes Einzelnen hingewiesen wurde: „Alles verfügbare Geld gehört dem Vaterland!“

(Ralf Othengrafen, Kreisarchiv Gütersloh)

Signatur: Kreisarchiv Gütersloh,H LR 2 K – 009/2

Beschäftigung von Kriegsgefangenen in Steinhagen, Juni 1915

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Wegen der Einberufung von Millionen deutscher Männer an die Front bestanden in der Industrie und der Landwirtschaft erhebliche Personalengpässe, die durch den Einsatz von Kriegsgefangenen behoben werden sollten. Auch im Kreis Halle/ Westf. wurden Kriegsgefangene eingesetzt. In diesem Fall stellen die Gemeinde Steinhagen und einige Landwirte aus der Gegend einen Antrag auf Zuweisung von 50 Kriegsgefangenen. Die Kriegsgefangenen sollten v.a. Arbeiten in der Landwirtschaft übernehmen, daher wurden Männer mit entsprechender Erfahrung angefordert. Vorgesehen war eine Unterbringung der Gefangenen im Saal des Wirtshauses Riepe, das auch die Verpflegung übernehmen sollte.

(Ralf Othengrafen, Kreisarchiv Gütersloh)

Signatur: Kreisarchiv Gütersloh, H LR 2 K – 008/2

Vaterländische Volksunterhaltung für die Bürger in Halle/ Westf., Januar 1915

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Auf dem dritten Volksunterhaltungsabend am 10. Januar 1915 beleuchtete ein Vortrag mit zahlreichen Lichtbildern die bisherigen Kriegsereignisse. Damit auch „die deutsche Jugend […] sich an diesen Bildern erbauen und stählen und der Text zum unverlierbaren Eigentum der Schüler werden“ konnte, fanden vor der eigentlichen Abendveranstaltung für die Erwachsenen zwei Nachmittagsvorträge für die Jugendlichen statt.

(Ralf Othengrafen, Kreisarchiv Gütersloh)

Signatur: Kreisarchiv Gütersloh, H LR 2 K – 007/14

Goldsammlungen im Amt Halle/ Westf., Dezember 1914

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Anregungen des Amtmannes des Amtes Halle für eine möglichst effektive Durchführung der Goldsammlungen im Kreis Halle vom 11. Dezember 1914. Mit dem Gold aus Privatbesitz sollte der Krieg finanziert werden. Der Amtmann betont, dass eine derartige Sammlung nur dann erfolgreich sein könne, wenn sie von „angesehenen Personen“ durchgeführt wird. Er empfahl daher, Lehrer für die Sammlungen einzusetzen. Diese seien von den Maßnahmen überzeugt und könnten so das „verborgen gehaltene Gold flüssig […] machen.“ Er schlug zudem einen Wettbewerb zwischen den Ämtern des Kreises Halle/ Westf. vor, um die Spendenbereitschaft der Bürger anzufachen.

(Ralf Othengrafen, Kreisarchiv Gütersloh)

Signatur: Kreisarchiv Gütersloh, H LR 2 K – 003/05

Vaterländische Volksunterhaltung für die Bürger in Halle/ Westf., November 1914

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Mit Beginn des Ersten Weltkrieges wurden in Halle Volksunterhaltungsabende veranstaltet, die das Ziel hatten, „in würdiger vaterländischer Weise dem Gedanken der Zusammengehörigkeit aller Schichten Ausdruck zu verleihen und sich zugleich von trüben Gedanken abziehen […] zu lassen.“ Der erste Volksunterhaltungsabend fand am 15. November 1914 in Halle in Westfalen statt. Es wurden Kriegslieder und Kriegsgedichte vorgetragen sowie Vorträge gehalten, in denen an die „glorreichen Kämpfe unseres engeren Vaterlandes Preussen“ erinnert und zur Einigkeit aufgerufen wurde.

(Ralf Othengrafen, Kreisarchiv Gütersloh)

Signatur: Kreisarchiv Gütersloh, H LR 2 K – 007/14

Brief des Malers Peter August Böckstiegel an Hanna Müller, 3. September 1914 (Auszug)

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Kurz nach Kriegsausbruch, am 3. September 1914, schreibt der Maler Peter August Böckstiegel aus Arrode (Werther) an seine spätere Ehefrau Hanna Müller in Dresden. Er berichtet zunächst, dass er noch nicht zum Landsturm einberufen wurde, um dann auf die hohen Verluste einzugehen, die schon in den ersten Tagen des Krieges zu beklagen waren. Im Januar 1915 musste dann auch Peter August Böckstiegel seinen Kriegsdienst als Landsturmmann antreten. Er erhielt im schlesischen Märzdorf seine militärische Ausbildung, anschließend wurde er zwischen 1916 und 1918 in Russland, Rumänien und der Ukraine eingesetzt. Erst im März 1919 kehrte er mit einem englischen Truppentransport aus der Ukraine nach Deutschland zurück.

Transkription:

„Meine liebe Hanna! Heute Sonntagnachmittag sitze ich in der Stube und denke an Dir, war sonst um diese Zeit schon lange bei Dir, um etwas an die Luft zu gehen, was ich heute alleine besorgen muß, immer mit Dich, meine Hanna, im Herzen. […] Bei uns ist alles mit Verwundeten fast in jedem Bauernhaus gefüllt. Schon viele Schulkammeraden und Bekannte sind schon den Heldentot in die Arme gefallen, auch ein Lehrkollege von mir ist bei Verdun […] gefallen. Mein Bruder ist wieder an der Bahn tätig, was er mir gestern geschrieben hat, ist er zurückberufen.“

(Ralf Othengrafen, Kreisarchiv Gütersloh)

 

Signatur: Kreisarchiv Gütersloh, C 01/1 – 001/1/17