8. Kriegsanleihe, Bielefeld, 1918

Stadtarchiv Bielefeld-Kriegsanleihe-Sparkasse

Die neun Kriegsanleihezeichnungen ab September 1914 erzielten allein in Bielefeld 229,65 Millionen Mark. Das Volumen wurde durch Renditeversprechen aus Reparationsleistungen besiegter Länder ebenso gefördert wie durch die allgemeine Geldentwertung. Die Zeichner aus allen Bevölkerungsgruppen wurden enttäuscht, viele waren nach der Niederlage 1918 ihrer Ersparnisse vollständig beraubt.

Entwurf: Louis Oppenheim
Maße: 72,5 x 48 cm

(Dr. Jochen Rath, Stadtarchiv und Landesgeschichtliche Bibliothek Bielefeld)

Signatur: Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 400,9/Plakate, Nr. 3090

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Aus dem Kriegstagebuch von Pfarrer Hartmann (Rödinghausen), 3.3.1916

Strahlendes Wetter nach leichtem Nachtfrost. Ich stelle fest, daß ich in der Lage bin an Kriegsanleihe zu zeichnen 1. Stiftung 3.000 M[ark] 2. Roland 800 M[ark]. 3. Ich 1.000 M[ark]. Besuch von Vogtschmidt Westk[ilver], der einen Taufschein für seinen Sohn Heinrich holt, der auf Wangerooge heiraten will. Beerdigung des durch Verbrennung (heiße Milch) versehrten & dann gest[orbenen] Kindes Dettmer. Der Kriegsgefangene (Pole) [Name], Arbeiter bei Col[on] Grothaus, trug den Sarg mit zu Grabe. – H[er]r Wegener, der auch einen Einberufungsbefehl erhalten hatte, ist telegrafisch wieder freigegeben. – Eine Karte von Heini Lampe und Mar[ine-]Pf[arre]r Müller aus dem Schwarzen Meer.

Aus dem Kriegstagebuch von Pfarrer Ernst Hartmann, Kirchengemeinde Rödinghausen, S. 80/03.03.1916

Signatur: LkA EKvW Best. 4.31 Abt. B HS 2 (Quelle); LkA EKvW W 15193 (Transkription)

Zeichnung von Kriegsanleihen, 1915

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Die Finanzierung des Ersten Weltkrieges erfolgte vorwiegend durch die Zeichnung von Kriegsanleihen (verzinsliche Wertpapiere), die von der Reichsregierung ausgegeben wurden. Die erste Kriegsanleihe wurde bereits im September 1914 aufgelegt, bis zum Kriegsende folgten noch acht weitere. Den Verkauf der Anleihen in Banken und Postämtern begleiteten groß aufgelegte Werbekampagnen. Schüler bekamen schulfrei, um an diesem Tag von Tür zu Tür zu gehen und Anleihezeichner zu werben.

Mit Plakaten und Handzetteln wurde zur Zeichnung der Anleihen aufgerufen, auf Vereinsversammlungen wurden Vorträge zu diesem Thema gehalten. Auch im Kreis Halle/ Westf. kamen solche Werbematerialien zum Einsatz, in denen mehr als deutlich auf die patriotische Pflicht jedes Einzelnen hingewiesen wurde: „Alles verfügbare Geld gehört dem Vaterland!“

(Ralf Othengrafen, Kreisarchiv Gütersloh)

Signatur: Kreisarchiv Gütersloh,H LR 2 K – 009/2

Aus dem Kriegstagebuch von Pfarrer Hartmann (Rödinghausen), 19.9.1914

sept-192 Karten von [Sohn] Roland. Er ist über Hannover bis Bebra (Speisung) & Gemünden gekommen, weiß seine Bestimmung noch nicht.

Landsturm ist eingezogen in Detmold. Keine Generalquartiermeldung.

[Randbemerkung:] Zeichne 3.500 M[ark] Reichskriegsanleihe für Stiftung, 200 M[ark] f[ür] Enno, 200 M[ark] f[ür] Roland.

Aus dem Kriegstagebuch von Pfarrer Ernst Hartmann, Kirchengemeinde Rödinghausen, S. 15/19.09.1914

Signatur: LkA EKvW Best. 4.31 Abt. B HS 2 (Quelle); LkA EKvW W 15193 (Transkription)