Aus dem Kriegstagebuch von Pfarrer Hartmann (Rödinghausen), 1.8.1918

V. Kriegsjahr.
Donnerstag 1. August 1918. D[er] Beginn des 5ten Kriegsjahres ist nicht glänzend. Wir ziehen uns immer mehr zurück. Die 47. Division ist ganz aufgerieben; auch and[ere] westfäl[ische] Regimenter haben schwere Gefangenenverluste. Rechnungskommission Kriegsbetstunde. Helmich: In der Presbytersitzung (nur 6 Teilnehmer) spricht sich Presb[yter] Hartmann sehr heftig über die Bewirtschaftungsmaßnahmen aus & offenbar unter dem Eindruck der Worte seines Sohnes Serg[an]t H[artmann], der in Urlaub war, über das Verhalten der Offiziere an d[er] Front aus. Die jungen Leutnants seien herrisch & täten selbst nichts. Die Leute an d[er] Front hätten keine Lust mehr usw. Er erzählte dann auch von der Heuablieferung in Kirchlengern, wo bei er es tadelte, daß man das feuchte Heu abliefern lasse & und nicht nach & nach einforderte. In Minden sind ja gewaltige Vorräte verbrannt (Selbstentzündung ??). Da hatte ein Mann aus Wallenbrück ein mutiges Zeugnis für seinen Glauben an die Bibelwahrheit abgelegt & den Arbeiter in die Enge getrieben. „Warum quälst du dich denn hier beim Heu, wenn du nicht an eine Ewigkeit glaubst? Warum wirfst du das jämmerliche Leben nicht weg? Weil du dich vor der Ewigkeit fürchtest.“ – Hartmann „verzichtet“ auf den kons. Beitrag, giebt aber 30 M[ark] für Kriegstestamente.

Aus dem Kriegstagebuch von Pfarrer Ernst Hartmann, Kirchengemeinde Rödinghausen, S. 213/01.08.1918

Signatur: LkA EKvW Best. 4.31 Abt. B HS 2 (Quelle); LkA EKvW W 15193 (Transkription)

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Beurlaubung von Dreschmaschinenführern, Juli 1918

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Wegen der Nahrungsmittelknappheit, vor allem gegen Ende des Krieges, gab es in der Landwirtschaft eine große Nachfrage nach geschulten Arbeitern. In dem vorliegenden Schreiben vom 26. Juli 1918 bittet der Amtmann von Verl um die Beurlaubung einiger heimischer Dreschmaschinenführer von ihrem Militäreinsatz.

(Ralf Othengrafen, Kreisarchiv Gütersloh)

Signatur: Kreisarchiv Gütersloh, A 02 / 1b – 2024

Aufruf „Sammelt Brennesseln!“, 1918

Brennesseln

„Sammelt Brennesseln! Bester Ersatz für Baumwolle“. Plakat der Nessel-Anbau-Gesellschaft m.b.H. aus dem Jahr 1918. Die Nessel-Anbau-Gesellschaft in Berlin war 1917 wegen des Faser-Mangels aus der Nesselverwertungsgesellschaft hervorgegangen. Die „Nessel-Anbau-Gesellschaft“ soll selbst rund 300 Hektar Nesseln aufs Feld gebracht haben und forderte die Bürger in öffentlichen Aufrufen zum freiwilligen Sammeleinsatz auf.

Signatur: LkA EKvW 4.256 Nr. 415

 

Aus dem Kriegstagebuch von Pfarrer Hartmann (Rödinghausen), 8.6.1918

Konf[irmanden]Unt[erricht]. Ablieferung der Ludendorff-Spende: Rödinghausen 416 M[ark], Ostkilver 112 M[ark], Bieren 303 M[ark], Schw[ennin]gd[or]f 228 M[ark] – II. Artikel. – Nachm[ittags] Beerdigung des Töchterchens der Kriegswitwe Möller in Siensdorf. Beide Veredlungen im Garten sind angeschlagen. Der Gartenlaubsänger im Taxus hat trotz Beschneidens des Baums das Nest nicht verlassen. Es stellt sich heraus, daß noch reichlich Kartoffeln zu bekommen sind im Amte. Geburtstagsbrief an Alli Lampe. Schule. Zucker Mehl von Enno aus d[er] Ukraine.

Aus dem Kriegstagebuch von Pfarrer Ernst Hartmann, Kirchengemeinde Rödinghausen, S. 205/08.06.1918

Signatur: LkA EKvW Best. 4.31 Abt. B HS 2 (Quelle); LkA EKvW W 15193 (Transkription)

Ludendorfspende

Plakat „Gib zur Ludendorff-Spende für Kriegsbeschädigte! Auch für Dich haben sie geblutet!“, o.D.

Signatur: LkA EKvW 4.256 Nr. 415

Beschäftigung von Kriegsgefangenen, Dezember 1917

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Der vorherrschende Arbeitermangel in der deutschen Industrie und Landwirtschaft sollte durch den Einsatz von Kriegsgefangenen kompensiert werden. Auch im Altkreis Wiedenbrück wurden dementsprechend Gefangene eingesetzt, alleine im Amt Reckenberg waren Ende 1917 75 Mann beschäftigt.

(Ralf Othengrafen, Kreisarchiv Gütersloh)

Signatur: Kreisarchiv Gütersloh,A 02 / 1b – 2024

Landkriegshelferinnen für Bethel, 1917

Land-Kriegshelferinnen

Land-Kriegshelferinnen

Am 21. Januar 1917 erschien dieser Zeitungsartikel im „Bethel-Anzeiger“. Bethel suchte junge Frauen für die landwirtschaftliche Arbeit. Sie nannten sich Landkriegshelferinnen und lebten in eigens dafür eingerichteten Heimen.

(Kerstin Stockhecke, Hauptarchiv der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel)

Signatur: Hauptarchiv der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, 2/38-77