Aus dem Kriegstagebuch von Pfarrer Hartmann (Rödinghausen), 8.6.1918

Konf[irmanden]Unt[erricht]. Ablieferung der Ludendorff-Spende: Rödinghausen 416 M[ark], Ostkilver 112 M[ark], Bieren 303 M[ark], Schw[ennin]gd[or]f 228 M[ark] – II. Artikel. – Nachm[ittags] Beerdigung des Töchterchens der Kriegswitwe Möller in Siensdorf. Beide Veredlungen im Garten sind angeschlagen. Der Gartenlaubsänger im Taxus hat trotz Beschneidens des Baums das Nest nicht verlassen. Es stellt sich heraus, daß noch reichlich Kartoffeln zu bekommen sind im Amte. Geburtstagsbrief an Alli Lampe. Schule. Zucker Mehl von Enno aus d[er] Ukraine.

Aus dem Kriegstagebuch von Pfarrer Ernst Hartmann, Kirchengemeinde Rödinghausen, S. 205/08.06.1918

Signatur: LkA EKvW Best. 4.31 Abt. B HS 2 (Quelle); LkA EKvW W 15193 (Transkription)

Ludendorfspende

Plakat „Gib zur Ludendorff-Spende für Kriegsbeschädigte! Auch für Dich haben sie geblutet!“, o.D.

Signatur: LkA EKvW 4.256 Nr. 415

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Aus dem Kriegstagebuch von Pfarrer Hartmann (Rödinghausen), 1.11.1917

Da die Gefangenen-Zahl in Italien auf 180.000 & 1.500 Geschütze gestiegen ist, flagge ich. Sieg am Tagliamento hatte noch 60.000 Gefangene hinzugebracht. Abends im Nebelregen mit Rieke nach Ostkilver zu Mailänder b[is] 10 [Uhr] & zu Col[on] Meier. Bei letztern wird der Freude über Italien ein Dämpfer aufgesetzt: Es heißt, die ganze westfäl[ische] Division sei am „Damenweg“ gefangen. Siegbert Seippel wird vermißt. Friedr[ich] Obersundermeier schwer verwundet.

Aus dem Kriegstagebuch von Pfarrer Ernst Hartmann, Kirchengemeinde Rödinghausen, S. 168/01.11.1917

Signatur: LkA EKvW Best. 4.31 Abt. B HS 2 (Quelle); LkA EKvW W 15193 (Transkription)

Aus dem Kriegstagebuch von Pfarrer Hartmann (Rödinghausen), 4.5.1916

Hannas Geburtstag. Wundervolles Maiwetter nach einem Nachtregen. – es heißt Frau Koring habe Roggen versteckt & sei angezeigt in Dünne hat ein Bauer 38 Ctr verheimlicht. H[än]dler Scholle soll Höchstpreis für Speck überschritten haben. Die Leute erkennen ihr Unrecht nicht. Pred[igt] gearb[eitet]. – Nachmitt[ags] kommen Annchen und [?] Frl. Meyer aus Oldf. z[um] Geburtstag. Abends Gang nach Ostkilver zu Meyer. Runkelsamen.

Aus dem Kriegstagebuch von Pfarrer Ernst Hartmann, Kirchengemeinde Rödinghausen, S. 86/04.05.1916

Signatur: LkA EKvW Best. 4.31 Abt. B HS 2 (Quelle); LkA EKvW W 15193 (Transkription)

Aus dem Kriegstagebuch von Pfarrer Hartmann (Rödinghausen), 30.8.1914

Der ganze Tag brachte nicht neues vom Kriegsschauplatze. Als ich morgens zur Post ging, sah ich, daß mein Anschlag vom Abend vorher abgerissen & wieder angeheftet war. Ich nahm ihn ab. Kirche gut besucht, über 100 Abendmahlsgäste, darunter ein früherer Sozialdemokrat (Stock). Nachmittags mit „Racker“, den Franz Möllering leitete zur Kriegsbetstunde in Ostkilver II (Sanserit, Jes. 36 & 37). Dann 5 1/2 Uhr Kriegsbetstunde. Lied 367 & 383, Ps[alm] 116 „Wie Christen Siege feiern“: „Ich will den heilsamen Kelch nehmen. Ich will meine Gelübde bezahlen vor allem Volk“. Der Chor sang: Ich hebe m[eine] Augen auf & Bis hierber hat der HErr geholfen.
Coll[ekte] 33 M[ark]. Es kommen mehrere, die die „Anschriften“ der Ihrigen unter der Fahne bringen. Es wurden einige Schüsse ohne Grund abgefeuert, was gerügt wurde. Ich bin einsam, da Cl[ara] & die Kinder in Minden.

Aus dem Kriegstagebuch von Pfarrer Ernst Hartmann, Kirchengemeinde Rödinghausen, S. 9/30.08.1914

Signatur: LkA EKvW Best. 4.31 Abt. B HS 2 (Quelle); LkA EKvW W 15193 (Transkription)