Nahrungsbeschaffung im Osten

Carl Titgemeyer mit Edelweiß

Portrait Carl Titgemeyer mit Edelweiß (Foto: Stadtarchiv Herford)

Carl Titgemeyer requiriert im Osten – Bilder, wie sich Soldaten im Ersten Weltkrieg Nahrung beschafften

Der Herforder Verleger Carl Tigtemeyer stellte nach 1918 ein kleines Bändchen „Weltkrieg 1914 – 1918“ zusammen. Er war – erkennbar am Edelweiß an seiner Uniformmütze – offenbar bei der Gebirgstruppe eingesetzt – warum, ist unklar.

Die österreichisch-ungarische Gebirgstruppe befand sich 1915 an der Ostfront in Galizien, was für Österreich-Ungarn angesichts des Kriegseintritts Italiens gefährlich wurde. Daher stellten die Deutschen zur Verteidigung der Grenze nach Italien ein eigenes Deutsches Alpenkorps auf. Es diente hauptsächlich dazu, den Verbündeten verhinderte aber auch einen italienischen Durchbruch im Dolomiten-Raum. Aus Dankbarkeit verlieh das k.u.k. Oberkommando der deutschen Gebirgstruppe das Edelweiß – wie es heute noch von den Gebirgsjägern der Bundeswehr getragen wird, allerdings anders als in Österreich mit dem Stiel nach vorne. Auf Titgemeyers Portrait ist die Richtung des Stieles nicht genau zu erkennen, aber er wird wohl kaum zur österreichisch-ungarischen Gebirgstruppe gehört haben.

Von wann die Bilder in Titgemeyers Album stammen, ist unklar, in jedem Fall aber von der östlichen Front, denn er trifft sich mit seinen Kameraden zum „Morgenkaffee in Galizien“. 1916/17 kämpfte das deutsche Alpenkorps auch in Siebenbürgen und Rumänien. Seine Fotos zeigen aber unter anderem auch die Essensbeschaffung im Krieg: Requirierte Rinder werden aus einem Dorf getrieben, geschlachtetes Vieh liegt auf einem Pferdewagen und an der Feldküche wird das daraus bereitete Essen geholt.

Feldküche Titgemeyer

„Soldaten holen ihr Essen von der Feldküche“ (Postkarte: Stadtarchiv Herford)

MOrgenkaffe in Galizien Titgemeyer

Morgenkaffee in Galizien (Foto: Stadtarchiv Herford)

KochstundeTitgemeyer

Kochstunde (Foto: Stadtarchiv Herford)

requiriertes Vieh Titgemeyer

Requirierte Rinder werden aus dem Dorf getrieben (Foto: Stadtarchiv Herford)

Schlachtstücke auf dem Wagen Titgemeyer

Schlachtstücke auf dem Wagen (Foto: Stadtarchiv Herford)

Der gebürtige Herforder Carl Titgemeyer hatte in Enger die Verlags Anstalt Carl Tigtemeyer Enger Westfalen (VACTEW) gegründet, die er nach dem Ersten Weltkrieg 1921 nach Herford verlegte. In der Festschrift des Verlags zum 50ten 1952 schilderte sein Sohn Karl das Kriegerlebnis seines Vaters: „Der Krieg 1914-18 unterbrach die erfolgreiche Aufbauarbeit des noch jungen Unternehmens. Carl Titgemeyer erlebte ihn von Anbeginn bis zum bitteren Ende mit. … Krank kehrte Carl Titgemeyer aus dem Kriege zurück und ging dennoch gleich wieder an die Arbeit.“

Signatur: Kommunalarchiv Herford, Stadtarchiv Herford Slg. N 30 139

(Christoph Laue, Stadtarchiv Herford)

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