Gefallenenmitteilung Heinrich Althoff (Uffeln), 1918

An Frau Marie Althoff,
geb. Sellmann
in Uffeln Nr 261
Bez. Minden in Westfalen

O. U. [Ortsunterkunft] , den 25. September 1918

In Ergänzung des Telegramms teilt Ihnen das Lazarett mit, daß Ihr Ehemann Heinrich am 22.9.1918 um 1 Uhr 45 früh verstorben ist. Er wurde am 21.9.18 durch Infanteriegeschoß am Bauche verletzt und noch an dem selben Tage dem Lazarett zugeführt.
Sein Zustand war bereits bei der Einlieferung sehr elend, so daß es den Ärzten trotz eifrigster Bemühungen nicht gelang, ihn am Leben zu erhalten. Ihr Ehemann starb an den Folgen dieser schweren Verletzung kurze Zeit nach der Aufnahme.
Die Beisetzung fand auf dem deutschen Soldatenfriedhofe zu Serain? (Grab Nr. 104) im Beisein eines Geistlichen statt.

der Chefsarzt w.
Dr. Erkard?
Stabsarzt

Signatur: Landeskirchliches Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen (LkA EKvW) Bestand 4.30, Nr.7

Advertisements

Tagebuch Hermann Bornemann, 27.8.1914

140827fbornemann

Tagebuch Hermann Bornemann, 27.8.1914 (Ausschnitt)

Gosselies, Emaillefabrik, den 27. August 1914

5 Uhr wecken, Pferdepflege. Eigenartige Latrinen sind hier auf dem Werk, ohne Sitz, nur für die Füße ein eiserner Schuh, wo man sich hineinstellt. Sah solches noch nicht mehr. 10 Uhr Waffenappell. Ich half Kam[erad] Requard, Waffenunt[ero]ff[i]z[ier] etwas bei Anlegen der Listen. Der K[omman]d[eu]r ist wieder sehr ungnädig. Viel freundliche Worte hört man nie von demselben. Er will alles einsperren. Vizew[achtmeister] Erpenbeck macht hier in einer Portierbude eine kleine Arreststrafe ab. [Seite 22]
Anscheinend wird solches manch‘ anderem Kameraden noch blühen. Um ½ 1 kamen hier zwei Stück 42-cm-Geschütze durch, welche von 13 großen Zugmaschinen gezogen wurden. Alle Wagen hatten Teile der Riesengeschütze geladen. Jede Maschine zog zwei bis drei Wagen. Die Straßen sind furchtbar gesunken und die Pflastersteine von dem Gewicht entzwei. Eine Karte nach Hause. Vormittags Regen; 3 ¼ Abmarsch. Ein Bergwerk reiht sich hier ans andere, alles dicht bevölkert. Die Städte sind eine in die andere verbaut; man sieht keine Lücke. Leute alle sehr anständig. Hier in der Nähe ist am 24. eine größere Schlacht gewesen. Unsere 22. Artillerie soll furchtbare Verluste gehabt haben. Fast alles Kopfschüsse. Mehrere große Massengräber. Gegen Abend wurde in einer Farm entladen. Das Entladen dauerte sehr lange, da nur einzelne Wagen entladen konnten; die zwei Kol[onnen] entluden von ½ 9 abends bis nachts ½ 3. Ich quartierte mich während der Zeit mit den Offizierspferden im Dorf in einem Zementlager ein. Nach dem Entladen gab es warmes Essen. Wenig Hunger, da zu müde. Dann  verbarrikadieren wir den Stall und kriechen ins Stroh. Auch die anderen Fahrer und Unt[ero]ff[i]z[iere] suchen sich noch eine Unterkunft so gut es eben geht. Parole heute: ‚Detmold‘.

Quelle: Tagebuch von Hermann Bornemann (Herford). Privatbesitz. Leihgabe an das Gemeindearchiv Herzebrock-Clarholz.

Lageskizze des „Helden-Grabes“ von Hermann Gustav Pinke bei Landelies, Belgien, 1914

StArchBI_104_2_23_400_01_Pinke_Landolies

Hermann Gustav Pinke aus Bielefeld fiel am 22. August 1914 bei Landelies (Belgien), nahe Charleroi, durch einen Kopfschuss. Vor seiner Einberufung zum Reserve-Infanterie-Regiment 15 war er Maurer gewesen (Skizze: unbekannt).

(Dr. Jochen Rath, Stadtarchiv und Landesgeschichtliche Bibliothek Bielefeld)

Signatur: Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 104,2.23/Standesamt, Kriegssterbefälle, Nr. 400,1, Kriegssterbefall-Nr. 63