Aus dem Kriegstagebuch von Pfarrer Hartmann (Rödinghausen), 8.6.1918

Konf[irmanden]Unt[erricht]. Ablieferung der Ludendorff-Spende: Rödinghausen 416 M[ark], Ostkilver 112 M[ark], Bieren 303 M[ark], Schw[ennin]gd[or]f 228 M[ark] – II. Artikel. – Nachm[ittags] Beerdigung des Töchterchens der Kriegswitwe Möller in Siensdorf. Beide Veredlungen im Garten sind angeschlagen. Der Gartenlaubsänger im Taxus hat trotz Beschneidens des Baums das Nest nicht verlassen. Es stellt sich heraus, daß noch reichlich Kartoffeln zu bekommen sind im Amte. Geburtstagsbrief an Alli Lampe. Schule. Zucker Mehl von Enno aus d[er] Ukraine.

Aus dem Kriegstagebuch von Pfarrer Ernst Hartmann, Kirchengemeinde Rödinghausen, S. 205/08.06.1918

Signatur: LkA EKvW Best. 4.31 Abt. B HS 2 (Quelle); LkA EKvW W 15193 (Transkription)

Ludendorfspende

Plakat „Gib zur Ludendorff-Spende für Kriegsbeschädigte! Auch für Dich haben sie geblutet!“, o.D.

Signatur: LkA EKvW 4.256 Nr. 415

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Brief des Malers Peter August Böckstiegel an Hanna Müller, 20. November 1915 (Auszug)

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Im Januar 1915 wurde der Künstler Peter August Böckstiegel aus Werther als Landsturmmann zum Kriegsdienst einberufen. Er erhielt im schlesischen Märzdorf seine militärische Ausbildung, anschließend wurde er zwischen 1916 und 1918 in Russland, Rumänien und der Ukraine eingesetzt. Erst im März 1919 kehrte er mit einem englischen Truppentransport aus der Ukraine nach Deutschland zurück. Aus Märzdorf gratuliert er am 20. November 1915 seiner späteren Ehefrau Hanna Müller zu ihrem 21. Geburtstag. Die obere Hälfte des Briefbogens enthält die Tuschezeichnung einer Dorfstraße. In dem kleinen ersten Haus auf der linken Seite wohnte Böckstiegel während seiner Militärausbildung in Märzdorf.

Transkription:

„Meine liebe gute Hanna! Es ist Sonnabend, mache alles in Ordnung in meiner Schlafstube. Diese Worte werden dir am Tage deines Geburtstages antreffen. Hanna, verlebe ihn recht freudig. Das kann ich dir nur wünschen, hoffent[lich] können wir den nächsten zusammen begehen, ich dir zur Seite stehen. Könnte ich dir einen Kuß an diesem Tage geben, nur mit Worten versuche ich es dir recht leicht zu gestalten. Hanna, 21 Jahre wirst du nun, als selbstständiges Wesen stehest du nun da. Siehe keinen Blumenstrauß kann ich dir überbringen, hier im Dorfe ist nichts Blühendes, lauter Dreck. Ach wie schön wird es erst sein, wenn wir in unserem Heim ganz aneinander gekettet solche Tage begehen können mit Freud und Leid. Hanna, die kleine Fiegur ist vom Kammerad Büttner, wovon ich dir schon schrieb, die Äpfel habe ich hier aus dem Dorfe, an Süßigkeiten konnte ich nur diese Tafel Schokolade auftreiben hier im Dorfe. Laß es dir recht gut schmecken meine kleine Gabe. […]“

(Ralf Othengrafen, Kreisarchiv Gütersloh)

Signatur: Kreisarchiv Gütersloh, C 01/1-001/2/163

Brief des Malers Peter August Böckstiegel an Hanna Müller, 3. September 1914 (Auszug)

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Kurz nach Kriegsausbruch, am 3. September 1914, schreibt der Maler Peter August Böckstiegel aus Arrode (Werther) an seine spätere Ehefrau Hanna Müller in Dresden. Er berichtet zunächst, dass er noch nicht zum Landsturm einberufen wurde, um dann auf die hohen Verluste einzugehen, die schon in den ersten Tagen des Krieges zu beklagen waren. Im Januar 1915 musste dann auch Peter August Böckstiegel seinen Kriegsdienst als Landsturmmann antreten. Er erhielt im schlesischen Märzdorf seine militärische Ausbildung, anschließend wurde er zwischen 1916 und 1918 in Russland, Rumänien und der Ukraine eingesetzt. Erst im März 1919 kehrte er mit einem englischen Truppentransport aus der Ukraine nach Deutschland zurück.

Transkription:

„Meine liebe Hanna! Heute Sonntagnachmittag sitze ich in der Stube und denke an Dir, war sonst um diese Zeit schon lange bei Dir, um etwas an die Luft zu gehen, was ich heute alleine besorgen muß, immer mit Dich, meine Hanna, im Herzen. […] Bei uns ist alles mit Verwundeten fast in jedem Bauernhaus gefüllt. Schon viele Schulkammeraden und Bekannte sind schon den Heldentot in die Arme gefallen, auch ein Lehrkollege von mir ist bei Verdun […] gefallen. Mein Bruder ist wieder an der Bahn tätig, was er mir gestern geschrieben hat, ist er zurückberufen.“

(Ralf Othengrafen, Kreisarchiv Gütersloh)

 

Signatur: Kreisarchiv Gütersloh, C 01/1 – 001/1/17