Kaisergelübde 1917

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Als „Kriegschronik“ hat Pfarrer Heinrich Richter (1865-1948) Material seiner Kirchengemeinde in Herford, der St. Johannis-Kirchengemeinde, gesammelt. Pfarrer Richter war streng national-protestantisch ausgerichtet. Dieses zeigte sich z.B. in der Verehrung des berühmtesten Kriegsteilnehmers aus seiner Kirchengemeinde, dem U-Bootkommandanten Otto Weddigen. Auch die Zusammenstellung des Materials für die Kriegschronik unterstreicht die streng-monarchistische Gesinnung von Pfarrer Richter, die in eine nationalistische Gesinnung nach 1918 umschlägt. Bezeichnend dafür ist ein antisemitisches Flugblatt aus der Frühzeit der Weimarer Republik, das ebenfalls der Akte „Kriegschronik“ beiliegt.

Im Januar 1917 nimmt Richter eine „private“ Anregung des Generalsuperintendenten Zoellner auf. Im Rahmen der in allen Kirchen stattfindenden Festgottesdienste zum Geburtstag des deutschen Kaisers am 28. Januar 1917, an denen selbstverständlich auch die Kriegervereine mit ihren Fahnen teilnehmen, lässt Pfarrer Richter in seiner Kirche ein feierliches Gelübde auf den Kaiser aussprechen. Dieses Gelöbnis wird anschließend von den Honoratioren, angeführt von Pfarrer Richter mit folgendem Zusatz unterschrieben:

„Herford, den 28. Januar 1917

Zur Erinnerung an eine große Zeit für kommende
Geschlechter bekräftigen wir auch durch unsere Unterschrift,
was wir heute an heiliger Stätte mit Herz und Mund
gelobt haben.

Gott schirme und segne den Kaiser und
Das deutsche Vaterland!“

(Wolfgang Günther, Landeskirchenarchiv der Evangelischen Kirche von Westfalen, Bielefeld)

Signatur: LkA EKvW 4.137 Nr. 86

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